BACH arabisch, tanzbar und im 7/8- Takt. Verziert in Maqam Tonarten, umwebt von traditionellen arabischen Gesängen. Als wir uns vor einem Jahr mit den Goldberg Variationen Johann Sebastian Bachs zu beschäftigen begannen, hatten wir wirklich keine Vorstellung davon wo unsere Reise hinführen würde. Wie viel wir über die ­jahrhundertealte syrische Improvisationskunst, Tonalität und Gattungen lernen würden – und über Bachs Musik.

 

Mittlerweile blicken wir auf ein einstündiges Programm, welches abendlich einzigartig ist. Das Publikum erlebt die Goldberg Variationen zu Beginn in einer Bearbeitung für Streichtrio. Im weiteren Verlauf werden zunehmend arabische Instrumente eingewebt und Elemente orientalischer Musik aufgegriffen. Gegen Ende verlassen zunehmend wir die Pfade Bachs und erleben die Variationen größtenteils in den Klangfarben Syriens.

 

Unser Bemühen, die Gegensätze der beiden Musiktraditionen miteinander in Verbindung zu bringen, förderte Gemeinsamkeiten zu Tage, mit denen wir nie gerechnet hatten. So ähnelt die Melodie des Quodlibet einem alten syrischen Lied in so verblüffender Weise, dass es sich mühelos mit Bachs originaler Bassstimme unterlegen lässt.

 

Wesentlich für dieses Projekt ist der langjährige künstlerischen Austausch des TRIO D'IROISE mit dem SYRIAB TRIO. Das Klangspektrum des Streichtrios wird durch die traditionellen arabischen Instrumente Kanun, Oud und diverse Rhythmusinstrumente bereichert, die dem barocken Instrumentarium in vielen Bereichen näher sind als die Unseren. Die hinzukommende Singstimme und die für unsere westlichen Ohren wenig bekannten Skalen unter­malen das Klangerlebnis.

 

So begegnen sich Fülle der orientalischen Musik, traditionelle Klagegesänge, Elemente der Sufi-Musik, Vierteltöne sowie mehrstufig aufgebaute Improvisationen und die Klangwelt Bachs. Und es begegnen sich zwei Trios mit ihren jeweiligen Musiziertraditionen, Geschichten und Herangehensweisen.

 



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DAS SYRIAB TRIO IST MIT IBRAHIM BAJO (KANUN), ABDALHADE DEB (OUD UND GESANG) UND AMJAD SUKAR (RHYTHMUSINSTRUMENTE) eine kleine Formation der 7-köpfigen Band SYRIAB, welche mit ihrer ungewöhnlichen Besetzung von Kanun, Oud, Nay, Percussion, Akkordeon, Klarinette und Oboe, arabische, klassische und folkloristische Musik in kammermusikalischem Gestus präsentiert und in ihrer bunten Besetzung Musiker*innen aus Syrien, Deutschland und Italien vereint. Im Ursprung ein Orchester von über 40 Musiker*innen, welches von Ibrahim Bajo (Kanun) 2009 in Syrien gegründet wurde, lebt der Geist des Ensembles heute in dieser Band weiter.

 

Regelmäßig kooperiert SYRIAB mit verschiedenen Kammerbesetzungen oder Orchestern, wie dem ensemble reflektor, Neues Kammerorchester Bremen, Hochschulorchester der Musikhochschule Lübeck, Collegium Musicum Bergstraße oder jüngst sogar der Nerly BigBand Erfurt, mit welcher 2021 die CD Habibi entstand.

 

Nachdem das Trio d‘Iroise das Zusammenspiel mit syrischen Musikern für ihr Finale beim deutschen Musikwettbewerb 2018 auswählte, besteht eine besondere Freundschaft zwischen den beiden Ensembles. Regelmäßig trifft das Streichtrio seitdem auf die klassische Triobesetzung der arabischen Musik: Kanun, Oud und Perkussion. Die eigens für diese Kombination erstellten Arrangements waren bisher u. a. in Bonn, Hannover und Wiesbaden zu hören und erschienen auf einer Live-CD des Trio d‘Iroise.

 

 www.syriab.de